Hamburger Datenschutzbeauftragter geht mit einer Verwaltungsanordnung gegen Facebook wegen Nutzung der WhatsApp-Daten vor

Nach der Abmahnung von Whatsapp durch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für die unzulässige Weitergabe von Mobilfunknummern seiner Nutzer an Facebook geht auch der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar gegen Whatsapp vor. Er will Facebook dazu zwingen, keine Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben oder zu speichern. Bereits von WhatsApp an Facebook übermittelte Daten sollen gelöscht werden. Dazu wurde eine Verwaltungsanordnung gegen Facebook verhängt.

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar hierzu:
„Die Anordnung schützt die Daten der ca. 35 Millionen WhatsApp-Nutzer in Deutschland. Es muss ihre jeweilige Entscheidung sein, ob sie eine Verbindung ihres Kontos mit Facebook wünschen. Dazu muss Facebook sie vorab um Erlaubnis fragen. Dies ist nicht geschehen.
Dazu kommen noch viele Millionen Personen, deren Kontaktdaten aus den Adressbüchern der Nutzer zu WhatsApp hochgeladen wurden, ohne dass diese etwas mit Facebook oder WhatsApp zu tun haben müssen. Diese gigantische Menge von Daten hat Facebook zwar nach eigenem Bekunden noch nicht erhoben. Die Antwort von Facebook, dass dies lediglich zur Zeit noch nicht erfolgt sei, gibt jedoch Anlass zur Sorge, dass das Ausmaß des Datenverstoßes noch massivere Auswirkungen nach sich ziehen wird.“

Facebook hat inzwischen erklärt, gegen die Anordnung Rechtsmittel einzulegen. Facebook hat die Möglichkeit Widerspruch einzulegen, der allerdings keine aufschiebende Wirkung habe. Eine solche müsste sich Facebook erst beim Verwaltungsgericht erwirken. Sollte das soziale Netzwerk der Anordnung bis dahin nicht folgen, könnten die Datenschützer Zwangsgeld verhängen. (js)

Quellen:

Datenschutzbeauftragter Hamburg (hmbbfdi) vom 27.09.2016: Anordnung gegen Massendatenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook

Spiegel vom 27.09.2016: Datenschützer geht gegen Facebook vor

Netzpolitik.org vom 27.09.2016: Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten: WhatsApp darf keine Daten an Facebook weitergeben

Heise vom 27.09.2016: Datenschutzbeauftragter verbietet Facebook WhatsApp-Datenabgleich

Datenschutzticker.de vom 28.09.2016: Hamburgischer Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit erlässt Anordnung gegen Facebook